Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf in Österreich an?

Nebenkosten Immobilienkauf Österreich

Immobilie gefunden – aber was kostet der Kauf wirklich?

Viele Käufer konzentrieren sich auf den Kaufpreis der Immobilie. Doch zusätzlich fallen beim Immobilienkauf in Österreich verschiedene Nebenkosten an, die je nach Objekt und Bundesland mehrere Zehntausend Euro ausmachen können.

Wer diese Kosten nicht berücksichtigt, erlebt oft eine böse Überraschung bei der Finanzierung.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Nebenkosten beim Immobilienkauf anfallen und wie viel Eigenkapital Sie dafür einplanen sollten.

Beispiel: Hauskauf um 450.000 Euro

Angenommen, Sie kaufen ein Einfamilienhaus um 450.000 Euro. Zusätzlich zum Kaufpreis können folgende Nebenkosten entstehen:

Je nach Situation können die gesamten Nebenkosten schnell zwischen 30.000 und 45.000 Euro liegen.

Die wichtigsten Nebenkosten im Detail

1. Grunderwerbsteuer

Beim Kauf einer Immobilie fällt grundsätzlich eine Grunderwerbsteuer von 3,5 % des Kaufpreises an.

Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro entspricht das: 15.750 Euro

2. Grundbuchseintragung

Für die Eintragung des neuen Eigentümers ins Grundbuch wird grundsätzlich eine Gebühr von 1,1 % des Kaufpreises verrechnet.

Bei 450.000 Euro Kaufpreis wären das: 4.950 Euro

Hinweis: Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren zeitweise Gebührenbefreiungen für bestimmte Eigenheime eingeführt. Diese Regelung ist jedoch mit 30.06.2026 abgelaufen.

3. Kaufvertrag und Treuhandschaft

Der Kaufvertrag wird üblicherweise von einem Rechtsanwalt oder Notar erstellt.

Zusätzlich wird meist eine Treuhandabwicklung durchgeführt, damit Kaufpreis und Eigentumsübertragung rechtlich abgesichert sind.

Die Kosten liegen häufig zwischen 1 % und 2 % exkl. USt des Kaufpreises oder werden pauschal verrechnet. Des Weiteren können Kosten für Beglaubigungen und Barauslagen anfallen, wie zB:

  • Unterschriftsbeglaubigungen
  • Grundbuchsanträge
  • Dokumente und Auszüge
  • Verwaltungsgebühren

Diese Kosten bewegen sich meist im niedrigen dreistelligen Bereich.

4. Maklerprovision

Wird die Immobilie über einen Immobilienmakler gekauft, fällt in vielen Fällen eine Provision an.

Diese beträgt üblicherweise:

  • 3 % des Kaufpreises
  • plus 20 % Umsatzsteuer

Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro wären das: 16.200 Euro

Werden die Nebenkosten von der Bank finanziert?

Das ist eine der häufigsten Fragen in Beratungsgesprächen.

Grundsätzlich verlangen die meisten Banken, dass zumindest die Nebenkosten aus Eigenmitteln bezahlt werden.

Eine Finanzierung des gesamten Kaufpreises inklusive Nebenkosten ist zwar in Einzelfällen möglich, setzt jedoch zum einen eine sehr gute Bonität und zusätzliche (Ersatz-)Sicherheiten voraus. Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Eigenkapital beim Immobilienkauf in Österreich.

Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto besser sind meist die Finanzierungsmöglichkeiten.

Wie viel Eigenkapital sollte man einplanen?

Häufige Fehler bei den Nebenkosten

Viele Käufer kalkulieren lediglich den Kaufpreis der Immobilie und vergessen die zusätzlichen Nebenkosten. Dadurch fehlt oft ein Teil des benötigten Eigenkapitals. Besonders Maklerkosten, Vertragserrichtung und Gebühren werden häufig unterschätzt.

Es empfiehlt sich daher, bereits vor der Immobiliensuche eine realistische Gesamtkostenrechnung zu erstellen und die Finanzierung darauf abzustimmen.

Als Faustregel empfiehlt es sich, zumindest die gesamten Nebenkosten aus Eigenmitteln finanzieren zu können.

Bei einer Immobilie um 450.000 Euro bedeutet das häufig: mindestens 30.000 bis 45.000 Euro Eigenkapital

Die optimale Eigenkapitalquote hängt von vielen Faktoren ab. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag: Wie viel Eigenkapital braucht man für einen Immobilienkauf in Österreich?

Häufige Fragen zu den Nebenkosten beim Immobilienkauf

Können Nebenkosten mitfinanziert werden?
Grundsätzlich verlangen viele Banken, dass zumindest die Nebenkosten aus Eigenmitteln bezahlt werden. In Einzelfällen (andere Sicherheiten) kann eine Mitfinanzierung möglich sein.

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf in Österreich?
Je nach Erwerb (Kauf, Schenkung) und Maklerprovision liegen die Nebenkosten häufig zwischen 5 % und 10 % des Kaufpreises.

Zählen die Nebenkosten zum Eigenkapital?
Ja. In der Praxis werden die Nebenkosten meist aus dem vorhandenen Eigenkapital bezahlt.

Fazit

Die Nebenkosten beim Immobilienkauf werden häufig unterschätzt. Neben dem Kaufpreis fallen Kosten für Steuern, Grundbuch, Vertragserrichtung und gegebenenfalls Makler an.

Wer diese Ausgaben frühzeitig berücksichtigt, vermeidet unangenehme Überraschungen und verbessert seine Chancen auf eine erfolgreiche Finanzierung.

Sie möchten wissen, wie viel Eigenkapital Sie tatsächlich benötigen?

Ich unterstütze Sie gerne bei der Berechnung Ihrer gesamten Kaufkosten und finde gemeinsam mit Ihnen die passende Finanzierungslösung.

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